Feedback

In der Bildungsarbeit ist es wichtig, Rückmeldungen zu erhalten. So werden qualitative Verbesserungen und auch die Reflexion der Lehrenden erleichtert. Es ist auch wichtig, Rückmeldung zu geben - damit rufen wir uns noch einmal ins Bewusstsein, was wir gemacht haben und was davon besonders präsent bleibt. Feedback wird sowohl von den Teilnehmenden, als auch von den Lehrenden gegeben.

Doch auch hier haben manche Menschen Hemmungen, in der Großgruppe zu sprechen. Außerdem bringt Feedback nicht viel, wenn es einfach im Raum verhallt.

Grundsätzliches

Einige generelle Regeln:

  • Feedback muss erwünscht sein, aufgezwungen bringt es nichts.
  • Aus der Ich-Perspektive sprechen: Besser „ich finde, dass…“ als „Du solltest..“.
  • Wenn etwas Negatives zu sagen ist, immer auch etwas Positives nennen.
  • Mit positiven Aspekten beginnen.
  • Nur kritisieren, was auch kritisierbar ist (nicht „Deine Frisur gefällt mir nicht“).
  • Positiv formulieren: Besser „das könnte verbessert werden“ als „das war schlecht“.
  • Konkret formulieren: Besser „eben als XY sprach, hast du ihn nicht ausreden lassen“ als „du lässt andere nie ausreden.“
  • Angemessenes Feedback ist wichtig.
  • Wenn möglich mit Verbesserungsvorschlägen verbinden: Bspw. „es erschien mir so, als hättest Du Deine Hände länger in den Hosentaschen gehabt. Du wirkst kompetenter, wenn Du sie draußen behältst.“
  • Keine Beleidigungen, Diskriminierungen, Denunziationen.
  • Feedback wird nicht kommentiert.

Blitzlicht

Ein Zwischenfazit.

So viel Zeit muss sein: 5-10min.

Gruppengröße: 6-25 Personen

Was gebraucht wird: ggf. Papier und Stifte und Pinnwand

Eignet sich für: offene Gruppen, Zwischenfazit

So funktioniert’s: Die Teilnehmenden werden gebeten, reihum einen Satz zu äußern, der ihre derzeitige Befindlichkeit ausdrückt. Einleitende Fragen können offen oder themenspezifisch sein: Wie fühlt Ihr euch jetzt?, Was möchtest Du dringend loswerden?, Wie ist Dein Lernstand?, Wie steht es mit der Aufmerksamkeit? u. ä.. Die Aussagen werden nicht kommentiert, aber am Ende noch einmal zusammengefasst und gebündelt.

Tipps und Tops

Ein Klassiker für sprechfreudige Gruppen.

So viel Zeit muss sein: 5-10min.

Gruppengröße: 6+ Personen

Was gebraucht wird: Metaplanwand

Eignet sich für: sprechfreudige Gruppen, offene Gruppen

So funktioniert’s: Der/die ModeratorIn / SeminarleiterIn erklärt das Verfahren. Auf eine Metaplanwand wird links oben Tops und rechts oben Tipps geschrieben. Nun wird die Gruppe gebeten, Aspekte für beide Punkte zu benennen. Eingeleitet kann dies werden mit Was fandet Ihr besonders gut? (Tops) und wo seht Ihr noch Verbesserungsmöglichkeiten? (Tipps)

Möglich ist ebenfalls, die Teilnehmenden selbst nach vorne kommen zu lassen und ihre Aspekte leserlich aufzuschreiben.

Am Ende werden die gesammelten Tipps und Tops noch einmal zusammengefasst und gebündelt, jedoch nicht kommentiert.

Ein-Minuten-Papier

Wenn man etwas schriftlich haben will.

So viel Zeit muss sein: 5min. Gruppengröße: 3+ Personen Was gebraucht wird: Papier und Stifte Eignet sich für: Gruppen, die wieder zusammen kommen werden

So funktioniert’s: Der/die ModeratorIn / SeminarleiterIn erklärt das Verfahren. Allen Teilnehmenden werden leere Papiere ausgehändigt. Auf einer Seite sollen sie alle positiven Aspekte, Gedanken und Gefühle zum Seminar / zur Veranstaltung notieren - auf der Rückseite alle negativen.

Pro Seite haben die Teilnehmenden je eine Minute Zeit. Nach der ersten Minute weist der/die ModeratorIn darauf hin, dass das Blatt nun gewendet werden soll.

Die Auswertung kann sofort, besser aber von dem/r ModeratorIn am Abend stattfinden und am folgenden Morgen bzw. beim nächsten Treffen mit der Gruppe über die Eindrücke gesprochen werden.

Persönliches Feedback

Das können alle individuell mit nach Hause nehmen.

So viel Zeit muss sein: 15-20min.

Gruppengröße: 6+ Personen

Was gebraucht wird: Pappteller, Bunte Stifte, Klebeband, Musik

Eignet sich für: alle Gruppen, zum Ende eines Seminarwochenendes

So funktioniert’s: Der/die ModeratorIn / SeminarleiterIn erklärt das Verfahren. Jeder/m TeilnehmerIn wird mit einem Klebestreifen ein Pappteller umgedreht auf dem Rücken befestigt. Anschließend bewegen sich alle Teilnehmenden im Raum. Zur Auflockerung wird Musik abgespielt. Jetzt können sich alle gegenseitig nette und positive (!) Rückmeldungen auf den Rücken schreiben.

Wichtig ist, anfangs darauf hinzuweisen, dass wirklich nur positive Rückmeldungen verewigt werden.

Nach etwa 15 Minuten wird das Feedback beendet. Nun können sich alle Teilnehmenden ihr persönliches Feedback ansehen und mit nach Hause nehmen.

Koffer, Tonne, Fragezeichen

Kurzes, knackiges Feedback, das bei der Ergebnissicherung hilft!

So viel Zeit muss sein: 10min.

Gruppengröße: 4+ Personen

Was gebraucht wird: nichts

Eignet sich für: alle Gruppen, zum Ende eines Seminartages, OV-Sitzung, Klausurtagung…

So funktioniert’s: Struktur ist wichtig, weil sie vereinfacht. Die Methode „Koffer, Tonne, Fragezeichen“ schafft das. Der- oder diejenige, der/die die Sitzung leitet…

  • behält die Zeit im Blick und rechnet für das Feedback ungefähr 10min am Ende ein.
  • erklärt das Verfahren und die Bedeutungen wie unten beschrieben.
  • gibt allen Anwesenden möglichst die gleiche Zeitvorgabe und achtet auf Einhaltung.
  • fragt auch die stillen Anwesenden nach ihrem Feedback.

Der Koffer steht für…

  • als das, was wir aus der Sitzung oder Besprechung mitnehmen, was wir behalten.
  • das, was wir als besonders wichtig erachten (sonst würden wir es uns nicht merken).
  • die Punkte, die bis zum oder beim nächsten Mal noch Bedeutung haben sollten.

In die Tonne wird als das getreten, das…

  • wir uns durchaus auch hätten sparen können (Wiederholungen, Streitereien).
  • hier fehl am Platz war, also unnötige Informationen.
  • uns bei der Sitzung / Besprechung gestört hat.

Mit dem Fragezeichen versehen wir alles, das…

  • was nach wie vor unklar ist
  • was nun neu und unklar ist
  • beim nächsten Treffen unbedingt wieder auf die Tagesordnung muss, um geklärt zu werden.